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Die Zenoburg entdecken


AUF DEN SPUREN DER GESCHICHTE
Zeitspannend

Die Zenoburg war im Laufe der Jahrhunderte langen Geschichte Schauplatz vieler bedeutender historischer Ereignisse des Landes Tirol und des gesamten Alpenraums. Die schon 1237 erwähnte Burg, die den Platz des spätrömischen oder frühmittelalterlichen Castrum Maiense einnimmt, war im Besitz der Suppan und wurde 1285 von Meinhard II. von Görz und Tirol erworben, der sie vollständig neu aufbaute. Bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1347 im Krieg mit Karl von Böhmen war die Zenoburg, gemeinsam mit Schloss Tirol, die Residenz der Tiroler Landesfürsten. Die Burganlage ist daher ein bedeutender Schauplatz der Landes- und Familiengeschichte von den Tiroler Landesfürsten bis zu den Habsburgern. Auch in die Kirchengeschichte ist der Ort durch das Wirken der Heiligen Korbinian, Valentin und Zeno eingegangen.


Besinnbildlich

Seit mehr als 200 Jahren ist die Zenoburg im Besitz der Familie von Braitenberg und wurde damit zu einem über Generationen liebevoll gepflegten und immer wieder restaurierten Kleinod des Burggrafenamtes. Der frühere Senator und Sparkassenpräsident Carl von Braitenberg (*1892, + 1984) legte schon viele Grundsteine für die Erhaltung der Burg. Dessen Sohn, der Hirnforscher und Kybernetiker Valentin von Braitenberg (*1926, +2011) füllte bei seinen häufigen Aufenthalten die Burg mit international relevanten Inhalten.

Überwiegend blieb die Zenoburg dabei ein privater Ort. Zeno von Braitenberg, Sohn von Valentin und Enkel von Karl, hat im Frühjahr 2015 das Dach und die Fassade der Burgkapelle saniert. Darüber hinaus möchte er die Kapelle und die südliche Vorburg für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Parallel dazu entsteht ein Gesamtkonzept, das die Kapelle im Sinne Karls zu einem Ort der Geschichte und im Sinne Valentins zu einer Begegnungsstelle für nachhaltige Inhalte wird.


Gedankenfachlich

Die tiefer liegende südliche Kapelle wurde an Stelle der im 8. Jh. erwähnten Kapelle der hl. Zeno und Valentin errichtet. Der Wanderbischof von Rätien flüchtete um die Mitte des 5. Jh.s auf die Zenoburg, wo er auch bestattet wurde. Bei der Freilegung des ursprünglichen Estrich wurde 1933 ein frühmittelalterliches Schachtgrab gefunden, bei dem es sich vermutlich um die Tumba des hl. Valentin handelt. Bei der Neuweihe 1309 übertrug man das Patrozinium des hl. Zeno auf die neue nördliche Kapelle und weihte die südliche auf den Namen der hl. Gertaud, deren Schnitzfigur vom spätromanischen Altar, um 1300, erhalten ist.

Von besonderem Interesse ist das rundbogige Hauptportal an der Nordseite der Kapelle. An den Tragsteinen erkennt man Tiroler Adler und Lindenbaum als Gerichtszeichen, während auf den Sandsteinquadern der Einfassung Tierfiguren, Zentaur und ein Kleriker mit Rauchfass eingemeißelt wurden. 2014 wurde das Portal fachgerecht restauriert.